Ersatz von Milchprodukten Teil I

Vegetarier verzichten in der Regel nicht auf Milchprodukte in ihren Mahlzeiten. Wenn man aber umsteigen will auf vegane Ernährung, muss man sich unweigerlich mit der Frage beschäftigen: Wie kann ich ein vorhandenes Rezept so abwandeln, dass es keine tierischen Produkte enthält?

Bei Milch ist es ganz einfach: Sie wird durch Sojamilch, Hafermilch, Soja-Reis-Drink oder Mandelmilch ersetzt. Welche man nimmt, hängt ganz vom eigenen Geschmack ab. An den Sojageschmack müssen sich viele erst gewöhnen, andererseits ist gerade Sojamilch (=Sojadrink) mittlerweile in fast allen Supermärkten erhältlich und preislich auch noch recht günstig.

Bei den Sojadrinks gibt es teilweise verschiedene Geschmacksrichtungen: naturell, Vanille und Schoko. Ich nehme in der Regel die ohne Geschmack, weil man sie vielfältiger verwenden kann.

Bei dem Schokoladenpudding, den es vor ein paar Tagen gab, habe ich Hafermilch genommen, ebenso beim heutigen Mittagessen (Reisbrei mit Apfelkompott). Und man merkt den Unterschied zu normaler Milch im Essen überhaupt nicht.

Im Kaffee mag ich die Sojamilch gar nicht, Soja-Reisdrink ist für mich dort akzeptabel. Aber das muss jeder für sich selbst herausfinden, welche Alternativen er wo am liebsten mag.

Sahne ist ebenfalls relativ leicht zu ersetzen, hier dient Sojasahne oder Hafersahne als Ersatz. Die Hafersahne ist etwas geschmacksneutraler und deshalb bei deftigeren Speisen geeigneter. Bei der Sojasahne gibt es zwei verschiedene Varianten: Die eine ist nur zum Kochen (und zum Verbacken) geeignet, die andere lässt sich aufschlagen und wie Schlagsahne verwenden. Die Schlagsahnen-Variante habe ich allerdings bis jetzt noch nicht ausprobiert.

Etwas schwieriger ist der Ersatz von Joghurt und Quark.

Als Ersatz für Joghurt gibt es Sojajoghurt im Handel, unter den Marken Alpro, Sojade und Provamel. Wobei es zur Marke Sojade im Internet Diskussionen gibt, dass es nicht vegan sei, da der Nährboden für die Mikroorganismen möglicherweise tierischen Ursprungs sei.

Die Joghurt-Sorten mit Vanille- oder Obstgeschmack als Dessert oder kleine Zwischenmahlzeit finde ich recht lecker. Will man aber auf Joghurt z. B. für ein indisches Curry, für einen Kräuterdip oder ähnliches zurückgreifen, vermisst man schon den leicht säuerlichen Geschmack eines Kuhmilchjoghurts. Die oben genannten Marken bieten zwar auch die Geschmacksrichtung „natur“ an, ist aber bei allen dreien gewöhnungsbedürftig. Alpro mischt leider bei seinem Sojajoghurt „natur“ Vanille-Aroma dazu, was bei eher würzigen Speisen nun absolut nicht passt. Das ist zwar bei Sojade und Provamel nicht der Fall, aber man muss trotzdem oft beim Kochen mit Zitronensaft oder anderen Zutaten jonglieren, damit der Sojajoghurt zum Essen passt.

Wenn man Sojaghurt zum Backen verwenden will, z. B. im Muffinteig oder Brötchenteig, so klappt das sehr gut. Das habe ich schon mehrfach ausprobiert und war mit dem Endergebnis immer zufrieden.

Beim Ersatz von Quark bin ich noch in der Versuchs-Phase. Je nachdem, wofür man ihn braucht, kann man (Seiden-)Tofu oder abgetropften Sojajoghurt verwenden. Seidentofu ist leider nicht überall zu bekommen (man wird fündig bei Alnatura oder im Asia-Shop) und ich finde ihn verhältnismäßig teuer. Die Ersatzvariante mit abgetropftem Sojajoghurt habe ich bis jetzt einmal ausprobiert (und zwar bei einem Quarkschnecken-Rezept) und war ziemlich beeindruckt. Zwar hat der leicht säuerliche Geschmack von Kuhmilchquark gefehlt, aber sonst war das Ergebnis optimal. Von 500 g Sojajoghurt bekommt man rund 250 g „Sojaquark“ heraus. Ich habe einfach ein Sieb auf eine Schüssel gestellt, das Sieb zusätzlich mit einem sauberen Tuch ausgelegt und dort den Sojajoghurt hineingegeben. Im Kühlschrank über Nacht abtropfen lassen.

Fortsetzung folgt…

Jetzt lasse ich mir erst mal meinen veganen Reisbrei mit Apfelkompott schmecken. Ein Rezept hierfür muss ich ja sicherlich nicht aufschreiben 😉

Das Apfelkompott ist übrigens auch selbstgemacht, allerdings nicht frisch. Sondern ich wurde letzten Herbst von meiner Mutter ausgiebig mit Äpfeln vom eigenen Garten versorgt und einen Teil davon habe ich halt konserviert.
Eigentlich finde ich es ja einfacher, das Apfelkompott einzufrieren, aber mein Gefrierschrank ist immer notorisch voll, deshalb habe ich das Kompott eingeweckt. Das funktioniert auch ohne Einwecktopf, zum Beispiel im Backofen.

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