Was ich gerade lese…

Eigentlich stimmt die Überschrift nicht ganz, denn wer „liest“ schon ein Kochbuch? Man blättert ein bißchen darin, liest mal hier, mal da ein bißchen und sucht sich dann vielleicht das eine oder andere Rezept zum Nachkochen raus.
Das Buch „Vegan kochen“ von Celine Steen und Joni Marie Newman trägt den Untertitel „So klappt die Umstellung“. Und das war auch der Grund, weshalb ich mir das Buch bestellt habe. Ich dachte, es passt doch genau zu meiner Umstellungsphase.

Es ist sehr liebevoll gemacht. Wenn man es in die Hand nimmt, fällt einem sofort der glatte stabile Einband mit den abgerundeten Ecken auf.
Und vom Prinzip her schließt das Buch auch eine Lücke im Bücherregal. Es beinhaltet nämlich nicht nur einfach Rezepte, sondern widmet sich in mehreren Kapiteln den Themen „Wie ersetze ich Milch“, „wie ersetze ich Käse“, „wie ersetze ich Eier“, usw. Am Anfang jedes Kapitels ist eine Übersicht über die Ersatzmöglichkeiten zu finden.
Also eigentlich alles prima.

Trotzdem habe ich es nach dem Durchblättern fast enttäuscht auf die Seite gelegt.
Über die Ersatzmöglichkeiten habe ich mich vorab längst im Internet informiert. Was mir z. B. aber immer noch Kopfzerbrechen bereitet, ist ein adäquater Ersatz z. B. von Käse oder auch saurer Sahne. Und da hilft die Übersicht im Buch nicht wirklich weiter. Wenn da steht, als Ersatz für tierischen Käse soll man pflanzlichen Käse nehmen, dann kann ich nur sagen „würde ich ja gerne, aber woher bekomme ich den, welche Sorte ersetzt welche Sorte usw.“
Bzw. was noch besser wäre: wie kann ich den selbst herstellen (am besten noch mit einfachen Mitteln)?
Einzig die Übersicht für den Ersatz von Eiern hilft mir ein bißchen weiter.

200 vegane Rezepte befinden sich in dem Buch, und das ist eine ganze Menge. Leider werden gerade bei denjenigen Rezepten, die mich reizen würden, sie auszuprobieren, Zutaten verwendet, die ich nicht zu Hause habe und teilweise auch vor Ort gar nicht bekomme.
Hier merkt man doch, dass die Autorinnen in Kalifornien leben. Vielleicht ist dort das Angebot ein anderes. In mancher Beziehung sind uns die USA ein Stück voraus.
Wäre es nur eine einzige Zutat, die mir fehlen würde, wäre es auch nicht so schlimm, die würde ich dann halt tatsächlich entweder kaufen oder versuchen durch etwas anderes zu ersetzen. Aber wenn es gleich mehrere sind, dann verliere ich irgendwie die Lust…
Ich mag mir nicht unbedingt Maca-Pulver, Reisessig, Xanthan und weißes Miso besorgen, um damit dann vielleicht nur ein einziges Rezept auszuprobieren und dann festzustellen, dass mir die Sachen nicht schmecken.
Ich bin eher der Typ, der auf Rezepte steht, die mit einfachen und vorhandenen Mitteln nachgekocht werden können. Und ich glaube, dass auch Leute, die nur aus Neugierde mal was Veganes ausprobieren wollen, zurückschrecken, wenn sie lesen, dass sie dafür zunächst ganz unbekannte Zutaten einkaufen müssen.

Ok, der eine oder andere Blogleser sagt sich vielleicht „Bindobin oder Ahornsirup habe ich auch nicht zu Hause“. Ja, das stimmt, trotzdem sind diese Zutaten nicht ganz so exotisch und im Bioladen oder Reformhaus zu bekommen. Und vereinzelt gebe ich ja auch mal Alternativen in den Rezepten an.

Ich will das Buch nicht schlecht reden, das hat es nicht verdient, und bei Amazon.de hat es super Bewertungen bekommen. Für andere mag es also vielleicht genau das Passende sein. Andere sind vielleicht an anderen Rezepten im Buch interessiert als ich. Mir selbst hilft es leider nicht viel weiter und im Nachhinein tut es mir leid, dass ich es voll Euphorie gekauft habe. Zumal es mittlerweile auch in der Stadtbibliothek Darmstadt zu finden ist.

Für die Darmstädter Blogleser deshalb die Empfehlung: Bevor Sie das Buch kaufen, werfen Sie doch erst mal vorab einen Blick hinein, entweder in der Bücherei oder – sofern möglich – in der Buchhandlung.

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