Serviettenknödel

Seit mehreren Monaten versuche ich es immer wieder: vegane Semmelknödel zu machen. Die einzigen, die wirklich gut zusammengehalten haben, waren die nach einem Rezept von Ulrykka (www.veganwelt.de). Sie enthalten aber eine große Menge Grieß und waren mir schon wieder zu fest.
Alle anderen, nach welchem Rezept auch immer (mit Sojamehl, mit Sojamilch…), wurden irgendwie labberig oder sind gleich ganz zerfallen. Dabei hatte ich früher bei unveganen Semmelknödeln nie Probleme.
Und so habe ich jetzt vorerst aufgegeben und beschlossen, keine Semmelknödel mehr zu machen, sondern stattdessen Serviettenknödel. Ist ja fast das Gleiche. Wobei ich vorher noch nie Serviettenknödel gemacht habe, also mal wieder eine Premiere für mich.

Zutaten (für 2 Portionen):

200 g Baguette oder einfache trockene Brötchen
ca. 220 ml Sojamilch
1 EL Sojamehl
Petersilie
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
ggfs Paniermehl

Zubereitung:

Das Baguette oder die Brötchen würfeln und in eine Schüssel geben.

Genügend Wasser mit Salz in einem großen Topf zum Kochen bringen.

Sojamilch erhitzen (muss nicht kochen, gut warm reicht) und über die Brotwürfel gießen. Nach rund 4-5 Minuten die Masse durchkneten, kleingehackte Petersilie zugeben, das Sojamehl zugeben und würzen. Alles gut vermischen. Die Masse sollte sich zu einem Ball bzw. zu einer dicken Wurst formen lassen. Falls sie zu feucht ist, einfach etwas Paniermehl untermischen.

Ein sauberes Küchentuch mit kaltem Wasser nass machen und auswringen. Die Kloßmasse darauf geben und fest in das Tuch einrollen. Die beiden Tuchenden mit einer Schnur verschließen. In das kochende Wasser geben und sofort die Hitze reduzieren. Es reicht, wenn das Wasser siedet. Nach 30 Minuten ist der Serviettenkloß fertig. Das Päckchen kann aus dem Wasser geholt werden und ausgepackt werden. Mit einem sehr scharfen Messer (oder Küchenzwirn) den Kloß in Scheiben schneiden.

Dazu gab es bei mir mal wieder bereits im Winter vorgekochtes Blaukraut (Gefrierschrank) und eine dunkle Sauce auf der Basis von Zwiebeln, Karotten und Gemüsebrühe, mit einem Schuß Essig und einer Printe zum Sämigmachen (leider gibt es hier, wo ich wohne, keine Soßenlebkuchen zu kaufen, die wären nämlich eigentlich ideal dafür, eine Printe geht aber auch. Natürlich ohne Honig bzw. Schoko 😉 ).

Und da ich schon früher kein Fleisch vermisst habe, wenn es Klöße mit Sauce gab, hat mir auch heute keine weitere Komponente auf dem Teller gefehlt. 😉 Natürlich kann man aber auch eine Champignonsauce dazu machen.

Irgendwann probier ich es trotzdem nochmal mit Semmelknödeln. 😉

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8 Kommentare zu “Serviettenknödel

  1. Bei der klassisch-vegetarischen Variante wird der Serviettenkloß laut Familienrezept nach dem Kochen noch eine Viertelstunde in den Ofen zum Trocknen gegeben. Wäre das auch hier eine Variante oder neigt der vegane Kloß an sich schon zur Trockenheit? Philosophische Grüße von den Lieblingsgemahlen.

    • Ich habe früher nie Serviettenklöße gemacht und kenne die klassische Variante deshalb nicht. Sicherlich könnte man ihn noch etwas trocknen, da die Außenfläche durch das Sieden im Wasser feucht ist. Aber das habe ich auch bei Semmelknödeln nie gemacht. Ich fand den Serviettenkloß so in Ordnung, aber das ist sicher alles Geschmacksache.

  2. Danke für’s Rezept! Ich bin erst seit Kurzem vegan (also quasi noch in der Probezeit 😉 und noch sehr unsicher, wie ich Ei usw. in Massen ersetzen kann. Werde das Rezept morgen probieren.

    Knödelreste schmecken übrigens sehr lecker, wenn man sie in der Pfanne knusprig brät und dann mit Zwiebel, Kürbiskernöl, Apfelessig, Salz u. Pfeffer mariniert (nennt sich „Saure Knödel“ dort wo ich herkomme) oder auch als Suppeneinlage in einer kräftigen Bouillon.

  3. Hihi, ich war bisher auch immer unzufrieden mit meinen veganen Semmelknödeln… Daher suchte ich nach einem Serviettenknödelrezept, fand deines, probierte es gerade aus und bin damit seeeehr viel zufriedener. Danke!

  4. Hab das Rezept heute ausprobiert und war für mich auch das erste mal Serviettenknödel machen. Ich dachte immer das ist total aufwändig, dauert lange und so, aber überhaupt nicht! Ist total easy gemacht und ja kaum Aufwand.
    Bei mir gab es dazu Champignon Rahm Soße (in etwa nach dem Rezept von Vegan&Lecker). Ein Gedicht wirklich. Vielen Dank! : )

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