Verzicht

Wenn es ums Thema Veganismus geht, kommt unweigerlich der Satz „darauf könnte ich nicht verzichten“.
Verzicht – das hat so einen negativen Klang, ähnlich wie Diät. Als dürfte man sein Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln nicht mehr stillen, würde sehnsüchtig nach dem Braten oder die Sahnetorte auf dem Teller des Tischnachbarn stieren.
Als würde einem was verboten werden, wonach man doch so sehr verlangt.

Nicht, dass mir solche Gefühle fremd wären. Ich habe schon mal eine Zeitlang versucht, zuckerfrei zu leben und auch eine tiereiweißarme Diät habe ich aus gesundheitlichen Gründen schon mal eine Zeitlang gemacht. Da ich damals aber noch nicht so viele vegane Rezepte kannte, sah mein Essen wirklich etwas eintönig aus, als würde was auf dem Teller fehlen und ich habe extrem abgenommen.

Und jetzt? Ich verzichte doch jetzt auch auf Tierisches. Aber ich habe nicht mehr das Gefühl, als würde ich verzichten, als hätte ich etwas hergegeben, an dem mir viel liegen würde.
Vielleicht ist es nur die Einstellung: Ich sage mir nicht, das darf/kann ich nicht essen (denn eigentlich darf und kann ich ja), sondern ich will das nicht essen. Es ist eine Entscheidung von innen heraus und auf einmal ist es ganz einfach. Die Kaffeestückchen auf dem Tisch der Kollegen locken mich nicht. Die Sonderangebote in den Werbeblättchen bedeuten mir nichts. Ich staune nur immer, wieviele Produkte auf Tierbasis hergestellt und verkauft werden, als müsste die Menschheit tatsächlich verhungern, wenn sie Tiere nicht mehr ausbeuten dürfte.

Gleichzeitig habe ich für mich das Gefühl von ungeheurer Auswahl. Ich gestehe es, ich esse gern. Und gerade die vegane Küche bringt mich dazu, so viel Neues auszuprobieren.

Ok, das Backen ist noch eine Baustelle bei mir. Das liegt aber daran, dass es viele Backrezepte gibt, die extrem viel Eier oder Milchprodukte wie Quark und Sahne brauchen. Und gute vegane Rezepte habe ich noch nicht allzu viele gefunden.
Aber auch hier habe ich eigentlich nicht das Gefühl, des Verzichtenmüssens. Eher fühle ich mich wie 15 (oder so), als ich meine ersten Kuchen gebacken habe.
Es war spannend damals, es hat Spaß gemacht, ab und zu ist mal was nicht ganz so gelungen, aber das hat einen eher noch angespornt. Und so ist es jetzt auch. Angeblich ist der Mensch ja bis ins hohe Alter lernfähig. Ich werde es mir selbst beweisen. 🙂

Was ich mir nur wünschen würde, ist ein entsprechendes Angebot in Restaurants. Zu Hause vegan zu leben ist ziemlich einfach, aber unterwegs ist es schon eine große Herausforderung.

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Ein Kommentar zu “Verzicht

  1. Mit Kuchen habe ich auch noch so meine Probleme,Meist wird der Teig gummiartig.Habe schon 3 Marmorkuchenrezepte ausprobiert,aber leider alles nicht optimal,Einen befriedigenden Tortenboden hab ich auch noch nicht entdeckt,Käsekuchen sind auch noch verbesserungsfähig,außer ein sehr leckeres Rezept von hier http://veganesnom.wordpress.com/2012/03/20/russischer-zupfkuchen/ Den hab ich schon öfters gebacken und mag ihn auch sehr.

    Ja,das lernen nimmt kein Ende,aber es macht auch Spaß,sich neues zu erschließen und Verzicht habe ich auch keinen,ok,außer im Restaurant,wo ich dann auch schon mal nur mit einem Salat sitze….

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