Brombeermarmelade


Endlich reifen die Brombeeren. Letztes Wochenende konnte ich schon einen Beutel voll sammeln und einfrieren. Gestern früh bin ich wieder losmarschiert.
Brombeeren sammeln ist ja nicht gerade eine Lieblingsbeschäftigung von mir. Das Losmarschieren und Pflücken an sich macht ja Spaß, wenn das Wetter gut ist.
Aber wie so oft liegen Freud und Leid nah beeinander und ich komme nie zurück ohne eine Ladung Kratzer, egal wie gut ich mich verpacke.
Ich habe außerdem den Eindruck, als wären dieses Jahr die Beeren etwas kleiner als sonst. Oder es war schon ein eifriger Sammler vor mir unterwegs gewesen und hat die dicksten abgeerntet.

Die dicksten hängen ja sowieso immer so, dass man nicht an sie herankommt. Entweder mitten im Gestrüpp oder so hoch, dass ich mit meinen 163 cm selbst auf Zehenspitzen nicht ranreiche.
Und hat man es dann endlich geschaft, zu einem besonders großen Exemplar vorzudringen, dann beschließt es bestimmt gerade in diesem Augenblick, abzufallen und im Unterholz unterzutauchen.

Trotzdem konnte ich gestern mehr als ein Kilo ergattern. Und so habe ich mich anschließend – statt bei schönem Wetter auf der Terrasse zu sitzen – mal wieder in der Küche aufgehalten, während diese geduldige Lady darauf gewartet hat, dass ich mich endlich zu ihr geselle.

Bevor ich aufschreibe, wie ich die Brombeermarmelade gemacht habe, schicke ich gleich eines vorweg: Ich bin kein Marmeladenspezialist. Es hat mir nie jemand beigebracht, wie man richtig Marmelade kocht.
Ich mache es trotzdem und bisher war sie immer gut und hat auch länger als 2 Jahre im Glas gehalten.
Ganz wichtig beim Marmeladekochen ist nämlich, dass die Gläser wirklich sauber sind und die Deckel einwandfrei schließen. Also keine Deckel nehmen, die man schon mal mit einem Messer oder was auch immer aufgemacht hat, die können an einer Stelle leicht verbeult sein, wo man es gar nicht sieht, und schon hält die Marmelade nicht.

Ich verwende übrigens nur Gelierzucker 1:1. Ich weiß, der Trend geht zu 2:1 oder sogar 3:1, da die Marmelade dann fruchtiger ist. Aber dort ist Konservierungsmittel zugesetzt und darauf möchte ich verzichten.
Mit ganz normalem Haushaltszucker soll man ja auch Marmelade kochen können. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Zutaten:

1300 g Brombeeren
60 ml Rotwein
900 g Gelierzucker 1:1
Saft einer halben Zitrone
nach Belieben 1 Prise Zimt

Zubereitung:

Die Brombeeren verlesen und waschen. Gut abtropfen lassen.
Die Gläser und Deckel sauber spülen und in sehr heißem Wasser klarspülen. Umgedreht auf ein sauberes Küchentuch stellen, so dass sie abtropfen können.
Die Brombeeren mit dem Rotwein in einen großen Topf geben und 5 Minuten kochen lassen.
Dann die Brombeermasse durch die flotte Lotte jagen. Es bleibt rund 1 kg Brombeermus übrig.
Dieses Brombeermus wieder in einen Topf geben, Zitronensaft, evtl. Zimt und den Gelierzucker dazugeben und verrühren. Achtung: Der Topf sollte möglichst nur zur Hälfte oder maximal 2/3 voll sein, die Masse kann sonst überkochen.
Zum Kochen bringen und 4 Minuten lang sprudelnd kochen.

Wer will, kann dann eine Gelierprobe machen. Ich verzichte darauf, hatte noch nie Probleme mit dem Gelieren.
Mit einem Schaumsieb den oben liegenden Schaum abfangen und in eine kleine Schüssel füllen. Die restliche Marmelade am besten mit Hilfe eines Marmeladentrichters in die Gläser füllen. Ich wende dabei die Gläser erst kurz vor dem Befüllen um.
Die Gläser können bis knapp unter den obersten Rand befüllt werden. Aber aufpassen, dass nichts überläuft, sonst ist die Haltbarkeit nicht gewährt. Die Gläser gleich nach dem Befüllen gut zudrehen und sofort umdrehen und auf dem Deckel stehend rund 10 Minuten lang ruhen lassen.
Danach können wie wieder richtig herum gedreht werden und beschriftet werden.

Aus der oben genannten Menge habe ich 9 kleine Gläschen herausbekommen. Ich nehme immer Gläschen, in denen vegetarischer Brotaufstrich war. Da ich nicht viel Marmelade esse, haben sie genau die richtige Größe.

Sind die Gläschen abgekühlt, kann man nochmal nachtesten: Mit einem Finger auf den Deckel drücken. Ist der Deckel ganz leicht nach unten gewölbt und passiert gar nichts beim Draufdrücken, dann ist alles in Ordnung. Lässt sich der Deckel aber nach unten drücken und es klackt, dann hat das Einkochen nicht funktioniert (vermutlich war entweder der Deckel nicht in Ordnung oder es ist beim Einfüllen etwas Marmelade übergelaufen). Dann sollte man dieses Glas im Kühlschrank aufbewahren und als erstes leer essen. Zur Not kann man die Marmelade aber auch einfrieren, das klappt auch.

Den abgeschöpften Schaum kann man übrigens auch aufs Brot streichen. 🙂

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