Kornelkirschen-Bananen-Marmelade


Haben Sie auch einen Kornelkirschenstrauch in Ihrem Garten stehen? Und ärgern sich womöglich noch, dass die reifen Früchte abfallen und auf dem Boden eine rote kernige Schicht hinterlassen?
Komischerweise scheinen die Vögel die Früchte nicht zu mögen, zumindest nicht die Vögel, die zu mir kommen. Und so fällt nach und nach alles ab.

Aber Kornelkirschen kann man auch essen bzw. zu Marmelade verarbeiten.
Das Pflücken und Verarbeiten macht allerdings nicht unbedingt allzu großen Spaß. Meine Haut reagiert ziemlich sensibel auf die Blätter, d. h. zwickt und beißt hinterher ziemlich.
Und wenn Sie jemals Kornelkirschen durch die flotte Lotte gejagt haben, wissen Sie, dass die Kerne die Eigenart haben, dabei durch die ganze Küche zu hüpfen. Küche putzen sollte man also nicht für vorher, sondern lieber für hinterher einplanen.
Die Kerne sind im Verhältnis zur Frucht größer als bei normalen Kirschen, die Ausbeute deshalb etwas geringer. Dafür kann ich sie kostenlos ernten und brauche noch nicht mal eine Leiter dazu.

Botanisch gehört die Kornelkirsche gar nicht zu den Kirschen, sondern zu den Hartriegelgewächsen. Die Farbe finde ich ganz toll, das Rot behält sie auch beim Einkochen. Und sie hat angeblich sehr viel Vitamin C.

Letztes Jahr habe ich zum 1. Mal Kornelkirschenmarmelade gekocht. Ganz zufrieden war ich mit dem Geschmack nicht, fand sie ein wenig langweilig.
Deshalb habe ich sie dieses Jahr mit Bananen kombiniert. Und die Kombination fand ich jetzt richtig lecker. Die Marmelade ist etwas säuerlich und die Banane bringt zusätzlich Geschmack herein.

Ich schreibe hier jetzt einfach mal die Zutatenmengen auf, die ich genommen habe. Sie können sie ja auf Ihre Ausbeute umrechnen bzw. auch mehr oder weniger Bananen dazu geben. Normalerweise rechnet man für den Gelierzucker 1+1 die gleiche Menge wie Fruchtmus. Ich runde immer ein wenig ab, hatte beim Marmeladekochen noch nie Probleme mit der Haltbarkeit.

Zutaten:

890 g Kornelkirschen (ergab bei mir 490 g Fruchtmus)
ca. 30 ml Wasser
1 Banane (=130 g geschält gewogen)
ca. 580 g Gelierzucker 1+1
1/2 TL gemahlene Vanille
Saft einer halben Zitrone

Zubereitung:

Kornelkirschen waschen und in einem Topf mit wenig Wasser 10 Minuten weichkochen. Durch die flotte Lotte streichen. Ich verwende dabei immer den groben Siebeinsatz. Achtung: Nicht zu viel Masse auf einmal einfüllen, die Kerne haben die Angewohnheit, herauszuhüpfen.
Alternativ kann man die Kornelkirschen vor dem Kochen auch mit einem Messer entkernen, das finde ich aber sehr mühsam. Ich habe es dieses Jahr versucht, die Ausbeute an Fruchtfleisch dürfte etwas größer sein als mit der flotten Lotte, aber es dauert sehr lange. Nach der Hälfte habe ich aufgegeben.
Banane klein würfeln und mit dem Kornelkirschenmus mischen. Abwiegen. Die gleiche Menge (gewichtsmäßig) an Gelierzucker 1+1 untermischen.
In einen großen Topf füllen. Vanillepulver und Zitronensaft dazugeben und aufkochen lassen.
4 Minuten leicht sprudelnd kochen lassen. Dann in saubere Gläser füllen (Hinweise dazu finden Sie bei Brombeermarmelade), mit Deckel verschließen und umgedreht ca. 10 Minuten stehen lassen.

Ich habe diesmal den Schaum nicht abgeschöpft. Die Bananenstücke befanden sich nämlich alle oben und dann hätte ich sie mit herausgeschöpft. Stattdessen habe ich sie mit einem Kartoffelstampfer noch etwas zerstampft, damit sie sich besser mit dem restlichen Mus vermischen konnten (Topf so lange noch auf der heißen Herdplatte lassen, damit die Marmelade nicht vorzeitig abkühlt).

Hier ist ein Foto von meiner Gelierprobe. Da kann man die intensive rote Farbe gut erkennen.

Heraus kamen bei mir 5 Gläschen. Ok, das ist nicht viel, aber so viel Marmelade verbrauche ich nicht und ich habe lieber etwas Abwechslung. So habe ich am Wochenende auch noch Holunder-Marmelade gekocht. Die Holunderbeeren sind nämlich jetzt auch reif. 🙂

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2 Kommentare zu “Kornelkirschen-Bananen-Marmelade

  1. ich habe gerade ein Rezept für veganen Mohnstreuselkuchen gesucht und bin auf deine Seite gestoßen und alles, was ich sagen kann: HUT AB und ganz großen Respekt! Ich finde es sehr bewundernswert, dass du diesen Weg gehst und dich zu einem umweltbewussten und tierlieben Lebensstil entschieden hast. Denn so schade es ist: Die meisten Leute in deinem Alter ist es völlig egal, was sie mit ihrem Konsum bewirken! Versuche ich jemanden von 40 + zu erklären, warum ich vegan lebe, stoße ich nur auf nachlässiges Schultertätscheln nach dem Motto: „Kindchen, werd erwachsen!“ und große Ablehnung. Und ich, als 17-Jährige, finde das einfach nur egoistisch, denn schließlich müssen nicht SIE noch ihr ganzes Leben auf einem verschmutzten, tierquälenden, vom Klimawandel zerrissenen Planeten leben, sondern wir. Umso großartiger ist es zu sehen, dass es wohl doch auch anders geht! Weiter so 😉

    • danke 🙂
      Ich bin froh, dass wenigstens ein Großteil der jungen Generation umweltbewusst und tierfreundlich ist. Vielleicht hat die Erde ja doch noch eine Chance. Du hast recht, schade dass die Weisheit nicht zwangsläufig mit höherem Alter kommt und nicht jeder bereit ist, alte Gewohnheiten zu hinterfragen.

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