Der Weg ist das Ziel I

Seit Herbst 2011 beschäftigt mich jetzt das Thema Veganismus. Es ist kein einfaches Thema, sonst hätte ich nur ein, zwei Tage darüber nachgedacht und das wär’s dann gewesen.
Vielmehr ist es so, dass man sein Leben damit umstellt. Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich letzten Herbst den ersten Schritt getan zu einer Reise, die mich – ja wohin eigentlich führt?
Zu einem besseren Leben, für mich, für die Tiere, für die Erde? Auf jeden Fall empfinde ich den Satz „Der Weg ist das Ziel“ als sehr passend.

Von Zeit zu Zeit halte ich inne und reflektiere, was ich erreicht habe und wie ich weitermachen will. Und deshalb habe ich jetzt einfach mal hinter die Überschrift noch ein „I“ gesetzt.

Zeit für eine kleine Rückschau über die letzten 10 Monate…

Es ist nicht so, dass ich mich vorher noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt hätte, aber immer habe ich den Aussagen anderer geglaubt, die behauptet haben, man müsse Eier, Käse und Milch zu sich nehmen, um gesund zu bleiben.
Ja, teilweise hatte ich schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich gar nicht so viel Milch konsumiert habe und man mich warnte, ich würde Osteoporose bekommen. Auch Eier habe ich gar nicht so viele gekauft, da ich keinen Bauernhof mit glücklichen Hühnern in der Nähe hatte und immer etwas skeptisch war, ob die Bio-Eier im Laden wirklich welche waren.

Letzten Herbst habe ich wie jedes Jahr mein Blut untersuchen lassen. Und habe festgestellt, dass mein Cholesterinspiegel in den letzten Jahren zwar langsam, aber stetig angewachsen ist. Ausnahme war ein Jahr, in dem ich übergangsweise mehrere Monate lang fast vegan gegessen hatte, weil ich wegen meiner Knieschmerzen eine bestimmte „Diät“ ausprobieren wollte.

Auch wenn ich mich jetzt schäme, aber das Thema Cholesterin war es, weshalb ich letzten Herbst wieder mehr über meine Ernährung nachdachte. Und im Internet Hinweise darauf fand, dass man mit veganer Ernährung keineswegs Mangelerscheinungen bekommen muss. Dass Milch Osteoporose sogar eher fördern als sie verhindern kann. Und natürlich auch viele Artikel darüber, was eigentlich den Tieren alles angetan wird, damit die Verbraucher billig an Milch, Käse, Joghurt, Eis usw. kommen.
Dass männliche Küken in den Schredder kommen, davon hatte ich keine Ahnung. Dass Kälber gleich nach der Geburt ihrer Mutter weggenommen werden, darüber habe ich nicht nachgedacht. Ja, ich schäme mich!

Das Thema Cholesterin habe ich dabei ganz vergessen, es ist komplett in den Hintergrund getreten. Viel wichtiger war (und ist) mir jetzt, an was ich mit schuld bin, wenn ich weiterhin tierische Produkte kaufe.

Der Entschluss war gefasst. Die Umsetzung hat noch etwas gedauert und dauert immer noch an. Angefangen habe ich damit, dass ich nichts Neues an Tierischem mehr eingekauft habe. Nach und nach habe ich meine Vorräte noch verbraucht. Da ich ein Vorrats-Mensch bin, ging das über mehrere Monate. Aber während anfangs noch mehrmals in der Woche etwas Unveganes auf dem Tisch stand, wurden die komplett veganen Tage immer mehr.
In etwa mit Beginn des Blogs hatte ich es dann geschafft, dass alle meine Vorräte komplett vegan waren. Zumindest die Lebensmittel; Putzmittel habe ich noch einige herkömmliche, die ich noch aufbrauchen muss. Und natürlich habe ich auch noch Leder- und Wollsachen in Gebrauch. Wegwerfen nützt da auch niemandem mehr.

Damit wurde das Leben nicht eintönig, im Gegenteil. Sie wissen, dass ich immer noch neue (vegane) Produkte austeste. Meine Liste an veganen Rezepten, die ich noch ausprobieren will, ist ellenlang und wird immer länger statt kürzer.
Die Vielfalt erschlägt mich fast. Während ich anfangs noch dachte, ich müsste alle paar Monate meinen Speiseplan mehr oder weniger wiederholen, weiß ich jetzt gar nicht, in wie vielen Jahren ich soweit bin, dass ich alles ausprobiert habe.

Allerdings muss ich auch sagen: Während ich dachte, ich würde an Gewicht verlieren, muss ich jetzt eher aufpassen, dass ich nicht zunehme. Es gibt einfach zu viel Leckeres und je mehr ich selbst koche, umso besser schmeckt es mir. 🙂
So dass ich jetzt wieder über meine Ernährung nachdenke und beschlossen habe, eine ganz kleine Richtungsänderung einzuschlagen, nämlich etwas weniger Fett beim Kochen zu verwenden und noch mehr als bisher auf Vollkorn zu achten.
Für meine Leser bedeutet das: Wenn Sie nicht auf die Kalorien achten müssen/wollen, können Sie ruhig etwas mehr an Fett verwenden und wenn Sie wollen, können Sie natürlich auch die Vollkornvariante gegen Nicht-Vollkorn eintauschen.

Während andere vielleicht über Langeweile in ihrem Leben klagen, habe ich das Gefühl, alles ist wahnsinnig interessant geworden, es gibt noch so viel für mich zu lernen und Neues auszuprobieren.
Ja, manchmal ist es anstrengend, nach einem Arbeitstag noch zu kochen. Manchmal ist es auch frustrierend, wenn ein Kuchenrezept ohne Ei nicht so recht gelingen will. Aber ich weiß, warum ich es tue und das gibt mir ein gutes Gefühl.
Und vor allem weiß ich: es gibt keinen Weg mehr zurück. Wer einmal aufgewacht ist und sich bewusst gemacht hat, was unser Konsum bewirkt, der kann nicht mehr einfach so die Augen zumachen und weiterschlafen wie bisher.

Der Weg ist das Ziel… ich gehe ihn gerne und ich bin gespannt, wohin er mich noch führt. Perfekt bin ich noch lange nicht und werde es auch nie sein. Deshalb finde ich diesen Spruch in Bezug auf Veganismus so schön: „Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern etwas zu bewirken“

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