Was ich gerade lese…

Das Thema vegan leben bzw. wie unsere Gesellschaft mit Tieren umgeht, beschäftigt inzwischen doch immer mehr Menschen. Wie sonst ist es zu erklären, dass Bücher mit diesen Themen in den letzten paar Jahren vermehrt auf den Markt gekommen sind?

Ich habe mir jetzt das Buch „Streicheln, mästen, töten“ von Anton Rotzetter in unserer Bücherei ausgeliehen. Das Buch ist dieses Jahr erschienen, also ganz frisch gedruckt.

Anton Rotzetter ist u.a. Präsident von AKUT Schweiz (AKUT = Arbeitsgemeinschaft Kirche und Tiere). Damit ist schon klar, dass das Buch auch das Thema Kirche und Gott streift, was bei anderen Büchern meistens vermieden wird.

Ich muss sagen, gerade die Art und Weise, wie die Kirche (allgemein gesprochen) sich zum Thema Tierschutz verhält – nämlich dass es ziemlich vernachlässigt wird, meiner Meinung nach – hat mich die letzten Jahre ziemlich enttäuscht.
Für mich ist der Mensch nicht das Nonplusultra, dem sich alles unterordnen muss. Aber wir wollen hier nicht über meine Meinung zum Verhältnis der Kirche zu Tieren sprechen. Zurück zum Buch…

Es ist in 4 Kapitel eingeteilt:

Wie wir mit Tieren umgehen
Wie wir mit Tieren umgehen sollen
Politik für die Tiere
Gott liebt die Tiere

Im 1. Kapitel werden sehr viele Zahlen und Fakten genannt, u. a. wie viele Tiere „verbraucht“ werden, sei es für Nahrung oder Tierversuche. Wie viele Kilometer und Tage die verschiedenen Tierrassen transportiert werden. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Die Zahlen schockieren. Auch mich schockieren sie immer noch, obwohl ich doch in den letzten Monaten sehr viel im Internet darüber gelesen habe.

Ein Wahnwitz: Da wird in den Medien berichtet, wenn mal 5 deutsche Touristen irgendwo im Ausland mit ihrem Flugzeug abstürzen, aber jährlich sterben 37000 Schafe an Hunger und Durst, während sie von Australien in den arabischen Raum mit Schiff transportiert werden. Um nur ein Beispiel herauszugreifen.
Aber ok: Dass 5 Deutsche mit ihrem Flugzeug abstürzen, kommt nicht so oft vor und ist deshalb eine Nachricht wert, während Tiertransporte täglich stattfinden und auch, dass ein Teil der Tiere dabei stirbt. Das tägliche Grauen ist keine Nachricht wert, die Leute wollen ja unterhalten werden.

Was mich auch verwundert hat: Deutschland führte im Jahr 2010 4711885 „Schlacht“-Schweine ein, aus 15 verschiedenen Ländern. Gleichzeitig führte Deutschland rund 910092 „Schlacht“-Schweine aus, in 15 verschiedene Länder. Ähnlich sieht es bei Rindern aus. Als Quellen werden die Animals‘ Angels und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz angegeben.

Im 2. Teil dreht sich alles mehr oder weniger um das Thema Ethik, Teil 3 zeigt den Handlungsbedarf der verschiedenen Institutionen auf. Und Teil 4 verweist auf Stellen in der Bibel, die sich mit dem Thema Mensch und Tier auseinandersetzen.

Das 1. Kapitel ist allgemein interessant, die Kapitel 2-4 nur für jemanden, der mehr über das Verhältnis Kirche zum Tierschutz lesen will.

Erstaunt hat mich, dass Rotzetter kein Blatt vor den Mund nimmt und andere Kirchenvertreter offen kritisiert und ihnen genau das vorwirft, was ich oben geschrieben habe.

Rotzetter selbst ist Vegetarier, aber kein Veganer und so gehen seine Forderungen auch mehr oder weniger nur zu weniger oder keinen Fleischkonsum bzw. dass die Tiere anständig gehalten werden sollen. Allerdings: Wenn in dieser Richtung ein Umdenken stattfinden würde, wäre ja wenigstens schon ein 1. Schritt getan.

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