vegan = schlank?

Da taucht immer wieder mal in den Medien ein Bericht auf, irgendeine (meistens bekannte) Persönlichkeit hätte allein durch die Umstellung auf vegan soundsoviel Kilos abgenommen.
Und die meisten Leute, die (noch) Fleisch essen, glauben sowieso, wenn nur noch Kartoffeln und Gemüse auf dem Teller übrig bleiben, weil man das Fleisch weglässt, müsste man ständig hungrig durch die Welt laufen und entsprechend mager aussehen.

Nachdem ich mich jetzt aber schon mehr als ein dreiviertel Jahr vegan ernähre, kann ich guten Gewissens behaupten, dass das so nicht stimmt.
Jedenfalls dann nicht, wenn man eben nicht einfach nur die tierischen Produkte weg lässt, sondern die Vielfalt der veganen Lebensmittel auskostet.

Das beste Beispiel dafür, dass nicht alle Veganer dünn sind, ist vielleicht der vegane Koch Jerome Eckmeier. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber die Fotos sprechen für sich. Ich hoffe, das wird jetzt nicht negativ verstanden, soll keine Beleidigung sein, sondern nur bekräftigen, dass niemand, der vegan lebt, Hunger leiden muss.

Die Hauptdickmacher in unserer Ernährung sind Fett und Zucker. Und beides ist in der veganen Ernährung möglich.
Ich selbst muss immer zusehen, dass ich beim Kochen nicht zu viel Öl verwende. Denn oft wird in den Rezepten angegeben, Gemüse in Öl anzubraten. Und Fett ist natürlich auch ein Geschmacksträger. Fad soll das Essen schließlich auch nicht schmecken.
Zucker ist vielleicht noch schlimmer. Denn vegan backen ist durchaus möglich. Selbst wenn man statt Zucker Ahornsirup oder Agavendicksaft verwendet, kalorienreich bleibt das Ganze.
Noch dazu kommt, dass man das Gefühl hat, man könne ja unbesorgt eine etwas größere Portion essen, wenn doch alles vegan ist.
Wenn man viel Sport treibt, mag das stimmen. Wenn aber wie bei mir die meiste Bewegung nur am Wochenende oder im Urlaub stattfindet (das Kochen nach der Arbeit zählt nicht zum Sport), dann muss man sich manchmal doch etwas bremsen.

Dazu kommt, dass man als relativ frisch gebackener Veganer sich erstens sehr viel mit dem Thema beschäftigt, Rezepte zusammensucht und natürlich auch alle ausprobieren will. Wenn man sich gedanklich viel mit Essen beschäftigt, bekommt man automatisch Hunger oder besser gesagt Appetit und isst dann vielleicht auch mehr.
Noch dazu bauen einige Rezepte stark auf Nüssen auf, ich habe hier ja auch schon einige vorgestellt, z. B. die Vanille-Cashew-Creme oder den Schnittkäse nach Butterkäse-Art.
Und man will natürlich auch die verschiedenen veganen Sachen ausprobieren, die es zu kaufen gibt, und stellt dabei fest, dass es gar nicht mal so wenige sind.
Ich habe jedenfalls festgestellt, dass ich nicht abgenommen habe, sondern im Gegenteil eher darauf achten muss, dass ich nicht zu viel und kalorienreich esse. Ich hoffe sehr, dass sich das mit der Zeit wieder einpendelt, wenn das Vegansein für mich normal geworden ist und Essen eher wieder zur Nebensache wird.
Bis dahin verkneife ich mir zwar nicht alle Leckereien, aber habe doch zumindest ein Auge darauf, dass ich nicht unbekümmert viel Öl und Nüsse verwende.

Um nochmal auf den ersten Absatz zurückzukommen: Natürlich kann man mit veganer Ernährung abnehmen. Genauso wie man mit unveganer Ernährung abnehmen kann. Ich behaupte jetzt mal, im Hinblick auf’s Abnehmen ist es ziemlich egal, ob man Fleisch und andere tierische Lebensmittel verzehrt oder nicht.
Entscheidend sind immer die Kalorien, die man am Tag zu sich nimmt. Wenn es also Leute gibt, die mit dem Umstieg auf vegan abgenommen haben, dann liegt das eher daran, dass sie sich insgesamt mehr Gedanken um ihre Ernährung machen, d. h. bewusster essen und trinken.
Schaden tut das natürlich nichts, im Gegenteil. Jeder kann eigentlich nur davon profitieren, wenn er nicht gedankenlos einfach alles in sich hineinstopft.
Wer aber nicht nur seinem eigenen Körper, sondern auch den Tieren und dem Klima was Gutes tun will, tut gut daran, vegan zu essen.

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3 Kommentare zu “vegan = schlank?

  1. Ich bin eine von denen die vegan abgenommen haben. Die Gründe sehe ich bei mir hauptsächlich darin daß ich mich, wie du auch schreibst, mehr mit meiner Ernährung auseinandersetze. Zum anderen daß viele früher selbstverständliche Dinge, wie mal eben Eis oder Kuchen im Cafe und mal eine Packung Kekse oder Kuchen holen zum Kaffee, auf dem Dorf und auch in den Nachbarorten vegan nicht zu haben sind. Wenn ich in einer größeren Stadt mit mehr veganen Möglichkeiten wohnen würde, müsste ich um mein Gewicht wohl kämpfen. Da ich mich aber viel gesünder ernähre und das nicht als Diät sehe fehlt mir nichts und ich habe keine Gelüste auf diese Sachen. Es fehlt mir nichts und ich würde für nichts auf der Welt den Schritt zur veganen Ernährung wieder rückgängig machen.

  2. Weil ich nicht gerne in Supermärkten einkaufen gehe, habe ich schon ewig nach einem guten online Shop gesucht, der vegetarische und vegane Lebensmittel und Fertig-Gerichte anbietet. Da ich durch meine Arbeit bedingt viel im Ausland bin, in Hotels unterkomme und der Küche dort nicht immer vertraue, was die tierfreundliche Herstellung & die Qualität des Essens angeht, nehme ich mir gerne das ein oder andere Fertiggericht mit! Auf http://www.lebegesund.de wurde ich dann endlich fündig – ich kann diesen Shop nur guten Gewissens weiterempfehlen!

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