Apfelkuchen


Diese Woche hatte ich Gäste. Hat man Nichtveganer zu Gast, muss man noch perfekter als perfekt sein. Und während eine 20-Jährige vielleicht noch mit etwas Nachsicht rechnen kann, erwartet man bei einer 53-Jährigen schon, dass sie was Gescheites auf den Tisch bringt.
Natürlich kann einem auch in diesem Alter mal was nicht so gut gelingen, da kann man schon auf etwas Verständnis hoffen. Aber in dem Moment, wo die grüne Veganblume über allem schwebt, liegt es für Gäste nahe, zu behaupten „das konnte ja gar nichts werden, da sind ja keine Eier und keine Milch/Butter… drin“.
Und schon hat die vegane Ernährung einen Stempel aufgedrückt bekommen, dass man auf diese Art und Weise nicht vernünftig backen (oder kochen) kann.

Entsprechend war ich schon ein wenig angespannt. Noch dazu, da ich für mich selbst eher selten Kuchen backe und so noch nicht auf die große Erfahrung im veganen Backen zurückblicken kann. Für mich selbst backe ich eher mal Kekse oder Muffins.

Da ich außerdem alles schon am Vortag backen wollte, kam kein Hefeteig in Frage, denn der sollte schon am Verzehrtag frisch gebacken werden.

Merkwürdigerweise waren diejenigen unter meinen Gästen, die Fleisch essen, unvoreingenommener als die einzige, die sich fast vegetarisch (ab und zu Fisch) ernährt. Von ihr kamen die meisten Einwände, ob eine vegane Ernährung gesund ist und vor allem auch der Zweifel, ob meine Kuchen genießbar wären. Ich muss gestehen, da wurde ich doch fast ein wenig sauer.

Einziges Zugeständnis meinerseits war unvegane Kaffeesahne, denn Sojamilch (oder andere Pflanzenmilch) kommt bei Nichtveganern einfach nicht gut an. Und auch mir selbst ist es schon passiert, dass Sojamilch im Kaffee ausgeflockt ist. Das wollte ich vermeiden. Veganen Kaffeeweißer habe ich hier im Handel bisher leider noch nicht gefunden und bis ich die nächste Bestellung bei einem Vegan-Versand aufgebe, wird es noch ein Weilchen dauern. Ich habe noch zu viele Vorräte.

Während ich noch Tee kochte (ich selbst habe Tee getrunken), probierten meine Gäste schon neugierig die veganen Zitronenkekse, die ich zusätzlich zum Naschen auf den Tisch gestellt hatte. Und die Kekse haben allen geschmeckt. Übrigens werden sie durch das Lagern in der Blechdose nach 1-2 Wochen tatsächlich ein kleines bißchen mürber.

Noch auf der Kaffeetafel standen dann ein Apfelkuchen und Donauwellen (hierfür wird es noch einen eigenen Blogbeitrag geben).

Zutaten für den Apfelkuchen:

4 mittelgroße Äpfel
160 g Margarine, weich
140 g Rohrzucker
1 Prise Salz
2 P. Vanillezucker
1 leicht gehäufter TL abgeriebene Zitronenschale
260 g Mehl (ich hatte 100 g Dinkelmehl Type 630 und 160 g Weizenmehl Type 550)
3 TL Backpulver
200 ml Sojamilch
2 EL Aprikosenkonfitüre
evtl. Puderzucker

Margarine und Paniermehl für die Form

Zubereitung:

Eine Springform mit 26 cm Durchmesser ausfetten und mit Paniermehl ausstreuen.
Die Äpfel vierteln, das Kerngehäuse entfernen, die Äpfel schälen und die Viertel noch einmal halbieren. Die gewölbte Seite zweimal längs etwas einkerben.
Backofen auf 170 Grad vorheizen (O/U-Hitze).
Margarine in einer Schüssel zusammen mit dem Zucker, Salz und Vanillezucker cremig rühren. Zitronenschale unterrühren.
Das mit Backpulver vermischte Mehl abwechselnd mit der Sojamilch unterrühren.
Den Teig in die Springform streichen und die Äpfel in den Teig drücken.
Den Kuchen ca. 50 Minuten backen, bis er leicht goldbraun aussieht und die Stäbchenprobe ergibt, dass er durchgebacken ist.
Aprikosenmarmelade in einem Topf erwärmen und die noch warmen Äpfel damit bestreichen.
Nach Belieben kann man den Kuchen kurz vor dem Servieren noch mit etwas Puderzucker bestäuben.

***

Der Apfelkuchen hat übrigens sehr gut geschmeckt. Allerdings hätte der Teig vielleicht noch ein wenig lockerer sein können. Ich werde das Rezept sicherlich noch einmal nachbacken und dann zusätzlich entweder etwas Natron plus Apfelessig oder angerührtes Eiersatzpulver daruntermischen.
Möglicherweise hat sich der Teig aber auch etwas gesetzt, da ich den Kuchen ja bereits einen Tag im Voraus gebacken habe.

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4 Kommentare zu “Apfelkuchen

  1. Ich lese sehr gerne deine Beiträge und finde mich oft darin wieder.
    Auch hier könnten deine Gedanken von mir stammen,zumal ich mit dem backen auch noch Verbesserungen nötig habe.
    Zum Glück muß ich nicht oft andere Menschen bekochen,denn dazu reicht mein Selbstvertrauen nicht aus,zumal ich nie gerne gekocht und gebacken habe.
    Ich kann mir gut vorstellen,das du sauer warst auf die Bemerkungen der „Fast-Vegetarierin“. Die muß sich das gerade herausnehmen,anstatt selber mal drüber nachzudenken,warum du vegan lebst….
    Dein Kuchen sieht so lecker aus,den werde ich ganz sicher nachbacken!
    Auf das Donauwellen-Rezept bin ich schon neugierig,habe schon mehrere Versuche gestartet,mit Sojasahne und auch ohne,waren alle ok,aber vielleicht gibt es noch eine Steigerung.
    LG Lillymausi

  2. Sehr schön, die Einleitung zu diesem Rezept… 😉

    Ich habe Dein Rezept nachgebacken, mein Mann liebt diese Sorte Apfelkuchen und zu seinem Geburtstag wollte ich den Kuchen (ohne ihn vorher zu testen!) für eine Party selbst backen.
    Allerdings habe ich den Schwierigkeitsgrad noch weiter erhöht, ich habe glutenfreies Mehl (von Schär für Kekse und Kuchen) genommen.

    Ich habe die Springform (aus Faulheit) mit Backpapier ausgekleidet. Als ich ihn rausholte, war ich erst skeptisch, weil das Backpapier unten ziemlich fettig war – aber er war so lecker und so gut gelungen!

    Vielen Dank für dieses Rezept ohne Risiko!

  3. Pingback: mein veganer Juli | Hanging by a moment

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