Wenn Sie denken, vegan ist nichts für Sie…

Wenn Sie Veganismus eigentlich für eine gute Sache halten – egal ob wegen der Tiere, des Klimas oder der Gesundheit wegen – aber denken, dass Sie es nicht durchhalten, weil Ihnen das unvegane Essen zu gut schmeckt und Sie nicht so diszipliniert sind, wenn es um Appetit und Essen geht…

Warum muss denn alles immer von Anfang an perfekt sein? Warum diese Alles-oder-Nichts-Einstellung?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich trotzdem ans vegane Essen/Leben anzunähern:

1. die Fleisch-, Eier-, Milchportionen verkleinern. Warum muss das Schnitzel größer sein als der Teller und der Salat wird nicht gegessen, weil der Magen voll ist? Halbieren Sie das Schnitzel von vornherein und frieren den Rest ein oder teilen sich ein Schnitzel mit einer anderen Person.
Verkleinern Sie so nach und nach die tierischen Portionen, vergrößern aber dafür die Salat-/Gemüse/Kartoffel-/Nudelportionen.

2. Legen Sie erstmal einen veganen Tag in der Woche ein und steigern Sie sich langsam. Oder gestalten Sie erstmal nur das Frühstück oder das Abendessen vegan, bevor Sie auch die übrigen Mahlzeiten in Angriff nehmen.

3. Ersetzen Sie jeweils nur ein tierisches Produkt gegen ein pflanzliches. Also z. B. erstmal die Butter gegen Margarine oder Öl tauschen, dann Milch gegen pflanzliche Milch, Wurst gegen vegane Wurst oder anderen Brotaufstrich usw.

4. Niemand sagt, dass die veganen Alternativen 100%ig genauso wie die tierischen Produkte schmecken. Geschmacksknospen müssen sich dem erst anpassen. Mancher tut sich leichter, mancher schwerer damit.
Viele Leute mögen Sojamilch anfangs gar nicht. Das ist aber kein Grund, sie komplett für immer außer Betracht zu lassen. Zum einen gibt es große Unterschiede bei den Herstellern. Probieren Sie also unterschiedliche Sojamilchsorten aus, vielleicht finden Sie eine, die Ihnen schmeckt.
Seien Sie offen für Alternativen. Statt Sojamilch kann man Hafermilch oder Mandelmilch probieren. Sojamilch beim Backen schmeckt überhaupt nicht hervor. Vielleicht nehmen Sie sie zum Backen, aber zum Trinken eine andere?
Ähnlich sieht es mit Tofu aus. Die meisten Leute tun sich mit Tofu anfangs schwer. Probieren Sie Tofu von unterschiedlichen Herstellern aus. Tofu gibt es außerdem nicht nur in der Natur-Variante, sondern z. B. auch als Räuchertofu, Mandeltofu oder bereits mariniert/gewürzt.
Und da wären wir schon beim nächsten Punkt: Wie man Tofu vorbereitet, mariniert und würzt ist elementar dafür, dass er einem dann auch schmeckt. Tofu natur schmeckt fast nach nichts (deshalb ist er auch so vielseitig einsetzbar). Die Gewürze und Marinade sind hier alles.
Und nehmen Sie Tofu anfangs nicht gleich als Hauptbestandteil eines Gerichts, wenn Sie sich mit ihm schwer tun. Nehmen Sie erstmal kleinere Mengen und reichern Ihr Essen damit an, z. B. im Chili, einer Reispfanne usw.
Mit der Zeit gewöhnen Sie sich an den Geschmack. Und vor allem: Mit der Zeit lernen Sie, auch mit den neuen Lebensmitteln zu kochen und dann schmeckt es auch besser.

5. Probieren Sie ganz neue Lebensmittel und Rezepte aus. Warum muss es unbedingt ein Fleisch-Ersatz, ein Käse-Ersatz sein? Lassen Sie sich auf ganz neue Erfahrungen ein und entdecken Sie neue Lieblingsgerichte.

6. Wenn Sie das Gefühl haben, veganes Essen sättigt Sie nicht genug: Ich habe eine gute Nachricht für Sie. Erhöhen Sie einfach die Menge, vor allem an Gemüse/Rohkost. Die allgemeine Ernährungsempfehlung lautet „5 am Tag“ – viele Menschen erreichen diese Menge an Obst und Gemüse überhaupt nicht.
Und „5 am Tag“ ist eine Mindestmenge, keine Höchstgrenze. Das Schöne vor allem am Gemüse ist: Es hat kaum Kalorien. Sofern Sie also nicht zusätzlich zu viel Fett an das Essen geben, können Sie fast so viel davon essen, wie Sie wollen.

7. Nutzen Sie Hilfestellungen und Erfahrungen von anderen, die bereits vor Ihnen den Weg gegangen sind. Mittlerweile gibt es einige gute vegane Kochbücher, es gibt Veganer-Stammtische und vor allem die Internetplattform, wo viele Menschen nur zu bereit sind, ihre Erfahrungen und ihr Wissen (und Rezepte) zu teilen.

8. Und zuletzt: Lassen Sie sich Zeit, wenn Sie sich schwer tun. Das was wir essen, hat viel mit Gewohnheit zu tun. Während wir Europäer uns davor ekeln, Heuschrecken zu essen, sind diese woanders eine Delikatesse. Wir essen häufig das, was unsere Eltern (und die nähere Umgebung) uns vorgemacht haben. Und – wie oben geschrieben – der Geschmack kann sich wandeln. Während ich als Kind rote Bete und Oliven überhaupt nicht mochte, mochte ich sie später als Erwachsene auf einmal sehr gerne. Und dass ich dunkle Schokolade liebe (statt heller), ist auch erst im Laufe der letzten paar Jahre entstanden.

Wie heißt es so schön: Auch die längste Reise fängt mit dem ersten Schritt an.
Aber den müssen Sie schon selbst tun.
😉
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3 Kommentare zu “Wenn Sie denken, vegan ist nichts für Sie…

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