Zweifel

Ich habe momentan eine Phase, in der ich sehr am Zweifeln bin. Nein, nicht an meiner veganen Lebensweise, an dem Weg, den ich persönlich gehe. Davon bin ich schon überzeugt.
Aber an diesem Blog… „Veganismus ist im Trend“ heißt es so schön in diversen Schlagzeilen. Und jeden Tag schießen neue vegane Blogs aus dem Boden, so schnell guckt man nicht.

Da ich mich ja (immer noch) nicht für eine begnadete Köchin halte, frage ich mich schon, ob es Sinn macht, hier noch länger konkurrieren zu wollen. Mein Ziel war nie, berühmt zu werden oder auf Teufel komm raus, enorme Besucherzahlen zu erreichen.
Alles, was ich wollte und will, ist, dass die Leute ein bißchen mehr nachdenken, was sie konsumieren. Und ihnen eine Starthilfe geben, wenn sie anfangs nicht wissen, was sie kochen könnten. Noch dazu, wenn wenig Zeit zur Verfügung steht wie bei mir.
Aber das Angebot an veganen Kochbüchern und kostenlosen Rezepten im Internet ist mittlerweile so groß, dass ich mich schon frage, ob mein Aufwand zum Nutzen in einem richtigen Verhältnis steht.

Zumal ich andere Ziele von mir nicht ganz aus den Augen verloren habe: Dazu gehört, dass ich einen einfacheren Lebensstil anstrebe. Die vegane Ernährung passt da zwar gut hinein, da sich mit frischen Lebensmitteln prima vegan kochen lässt.
Aber das Bloggen passt eigentlich nicht so richtig dazu. Denn ich sitze zu lange am PC, verbringe hier Zeit, die ich vielleicht besser im Tierheim oder in der freien Natur verbringen sollte.
Im Winter war das nicht so schlimm, da es einen sowieso nicht so nach draußen zieht, aber jetzt im Frühjahr merke ich es ungemein.

Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass ich etwas langsamer trete und eben nicht alles blogge, was ich an neuen Rezepten ausprobiert habe.
Vielleicht sollte ich nur noch die Highlights veröffentlichen? Das Problem dabei ist, dass ich in der Regel nicht vorher schon weiß, ob ein Gericht ein Highlight wird oder nicht.
Bei den Rezepten, die ich poste, wiege ich alles ab, schreibe jede Zutat, jeden Schritt auf und mache mehrere Fotos. Wobei ich – wenn möglich – auch darauf achte, dass die Lichtverhältnisse gut sind.
Wenn ich nur einfach so für mich koche, brauche ich das alles nicht, ich gewinne Zeit und es ist einfacher für mich.

Ich weiß – ehrlich gesagt – nicht, wie ich weitermache. Auch ich bin schon über Blogs gestolpert, die tolle Beiträge hatten und von einem Tag auf den anderen stillgelegt wurden oder der nächste Eintrag erst nach Monaten erfolgte. Das fand ich superschade, aber möglicherweise ging/geht es diesen Bloggern genauso wie mir.
Nein, Sie müssen jetzt keine Angst haben, dass ich gar nicht mehr blogge. So lange ich nicht sicher bin, was ich machen will, werde ich noch weiterschreiben. Möglicherweise gibt es aber zwischendrin eher mal einen Tag Pause als es bisher der Fall war.

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3 Kommentare zu “Zweifel

  1. Ich kann Deine Zweifel verstehen, so einen Blog zu betreiben ist ja ein riesiger Zeitaufwand. Zeit, die einem im Alltag fehlt. Ich bewundere jeden und freue mich über jeden, der sich diese Arbeit antut, kann aber auch gut nachvollziehen, wenn man kürzertreten will. Dein Ziel „Leute zum Nachdenken anzuregen“ erreichst Du in Deinem Blog auf jeden Fall, ich lese Deine Beiträge sehr gerne, sie sind gut durchdacht, treffend formuliert und sehr sympathisch geschrieben, auch von den Rezepten hab ich mir viele Anregungen geholt. Was mir aber am wichtigsten ist, dass ich mich hier irgendwie verstanden fühle. Ich bin auch schon 40+, in meinem Bekannten- und Freundeskreis lebt kein einziger vegan, nicht mal vegetarisch, da gibt es keinen Austausch, außer dass ich mir manchmal blöde Kommentare anhören muss. Deshalb finde ich es schön, im Internet auf Gleichgesinnte zu treffen, die ähnlich denken und sich mit ähnlichen Herausforderungen im Alltag herumschlagen. Wie auch immer Du über die Zukunft des Blogs entscheidest, bedanke ich mich Deine geleistete Arbeit.

  2. Wie ich schon gestern geschrieben habe, habe ich Deinen Blog erst vor ein paar Tagen entdeckt und er ist eine solche Bereicherung, zumal es, wie gesagt, meiner Meinung nach zu wenige Menschen der Generation 50+ gibt, die sich über eine nachhaltige und vegane Lebensweise Gedanken machen. Und Deine Rezepte sind auch eine echte Bereicherung, weil sie kreativ sind. Ich bin eine ganz gute und kreative Köchin und konnte mir trotzdem noch einige tolle Anregungen holen und werde auch viele Rezepte 1 : 1 umsetzen. Also bitte, wenn Du es irgendwie mit Deiern Zeit vereinbaren kannst, mach‘ weiter. Ich denke, es lohnt sich!

  3. Danke für den Tipp mit der Mandelmilch, ich hab mich an die noch nie so richtig rangetraut 😉

    Ich glaube, dass es wichtig ist, dass es viele Menschen gibt die ihre Meinung nach außen tragen, gerade was dieses Thema betrifft. Viel zu viele Menschen stopfen wahllos alles in sich hinein und vielleicht kommt einer von denen zufällig genau auf deinen Blog und überdenkt vielleicht sein Essverhalten. Nicht das sich jeder vegan oder vegetarisch ernähren soll, aber vielleicht öffnet dies den ein oder anderen die Augen, dass es nicht notwendig ist jeden Tag Fleisch zu konsumieren. Und allein dafür lohnt es sich schon.

    Liebe Grüße,
    Mara

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