Was ich gerade lese…

Hier und jetzt veganIch staune wirklich über die Stadtbibliothek in Darmstadt. So viele neue vegane Bücher wurden in den letzten 2 Jahren in den Bestand aufgenommen.
Hier & jetzt vegan“ von Björn Moschinski ist der jüngste Neuerwerb. Im Buchladen hatte ich schon mal kurz hineingespitzt und es hatte mir ganz gut gefallen, deshalb habe ich mich gefreut, dass ich es mir jetzt ausleihen konnte.

Björn Moschinskis erstes Buch „Vegan kochen für alle“ fand ich eigentlich ganz gut. Vielleicht aber allein aus dem Grund, weil es eines der ersten veganen Kochbücher war, das ich lesen durfte. Gerade in der Anfangszeit als Veganer freut man sich ja über jedes vegane Rezept, weil man dann merkt, dass man gar nicht auf so viel verzichten muss.
Möglicherweise würde ich also über sein erstes Buch heute etwas anders urteilen. Wobei ich damals in meiner Rezension auch schon kritisiert habe, dass er für meine Begriffe zu viel Ersatzprodukte verwendet.

Jetzt aber zu „hier & jetzt vegan“. Die Idee, ein (veganes) Kochbuch saisonal aufzubauen finde ich ganz gut. Überhaupt versuche ich ja selbst, möglichst saisonal und regional einzukaufen und zu kochen.
Durch das Buch zu blättern macht erstmal Spaß. Die Rezepte sind übersichtlich dargestellt, großformatige Fotos, alles liebevoll und appetitlich arrangiert, das macht Appetit und kann auch Nichtveganer ansprechen.
Viele der Rezepte haben außerdem eine überschaubare Zutatenliste, es sind allerdings auch welche dabei mit etwas größerem Aufwand.
Die Mischung der Rezepte ist bunt, vom Salat über Hauptgerichte bis zu Desserts ist alles vertreten.

Hier und jetzt vegan2Wer meinen Blog mitverfolgt, weiß, dass ich prinzipiell nicht gegen Soja eingestellt bin. Tofu verwende ich sehr gerne, auch Sojamilch. Statt Sojasahne nehme ich meistens lieber Hafersahne. Was ich nicht oft verwende ist TVP, also Sojamedaillons, Sojagranulat usw., aber auch aufschlagbare Sojasahne mag ich nicht so gern.

Warum schreibe ich das? In „hier & jetzt vegan“ gibt es 60 Rezepte. Lediglich in 11 davon tauchen die Worte Soja oder Tofu nicht auf.
Selbst als Nicht-Sojagegner find ich die Anzahl der Rezepte mit Soja zu viel. Und wo bleiben Rezepte mit Hülsenfrüchten? Die fristen hier eher ein Schattendasein. Auch Dinkel und Grünkern sind regionale Lebensmittel, die hier leider sehr vernachlässigt werden. Ok, ein Dinkel-Grünkernbratling wird aufgeführt, aber warum braucht der Seitanpulver zum Binden?
Nicht jeder hat einen Laden vor Ort, in dem er Gluten (=Seitanpulver) bekommt.
Schade. Die vegane Küche ist doch wesentlich vielseitiger und besteht nicht nur darin, Milch- und Fleischprodukte gegen Sojaprodukte auszutauschen. Unter „saisonal und regional“ hatte ich mir was anderes vorgestellt.

Abgesehen davon haben mich die Rezepte in diesem Buch aber auch nicht wirklich vom Hocker gehauen. Ich kann nicht so recht sagen, woran es liegt, wahrscheinlich hängt es einfach mit den persönlichen Vorlieben zusammen.
Aber ich habe kein einziges darin gefunden, bei dem ich gesagt hätte „das muss ich unbedingt sofort ausprobieren“. Ja, es gibt einige, die klingen nicht schlecht und ich habe sie mir abgescannt. Aber ob ich sie 1:1 nachkoche, weiß ich noch nicht.
Wahrscheinlich landet das eine oder andere Gericht irgendwann mal abgewandelt auf dem Tisch.

Fazit: Ich bin froh, dass ich mir das Buch nicht gekauft habe. Wer aber gerne zu Sojaprodukten greift, findet hier bestimmt Anregungen.

Übrigens: Im Reformhauskurier von 06/2013 waren 5 Rezepte aus dem Buch zu finden:
http://www.flippingpages.de/live/reform2013_6_khw/ (ulkigerweise hat man hier 4 ohne Soja oder Tofu ausgewählt)

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4 Kommentare zu “Was ich gerade lese…

  1. Ich hatte mir das Buch gekauft, da mir sein erstes recht gut gefiel und auch ich die saisonale Idee gut fand. Nachgekocht habe ich noch nicht viel. Die feurige Zucchinisuppe war wirklich sehr lecker, die Birnenpastete mal etwas anderes. Das Buch ausleihen und Rezepte scannen genügt wirklich. Aber das sage ich mittlerweile bei einigen der Bücher.

    • Ja, anfangs freut man sich noch über jedes vegane Kochbuch, das man entdeckt. Je mehr es werden, umso kritischer wird man wohl. Ich überlege heute dreimal, bevor ich mir noch ein veganes Kochbuch mehr kaufe. Irgendwann muss man sich einfach bremsen. Umso dankbarer bin ich für unsere Bücherei.

  2. Und ich für das Internet 🙂 Heute habe ich wieder die Oreo-Cupcakes gebacken (nach einem Rezept aus Tines veganer Backstube) für die Kollegen und Chefs zur morgigen großen Arbeitsbesprechung. Nur das Topping fehlt noch (wird morgen früh erledigt). Was mir an den vielen Rezeptvorschlägen hier so gefällt, bb bei Dir, Tina oder anderen, ist die persönliche Note. Wenn ich etwas nicht verstanden habe, kann ich im Kommentarfeld oder per Mail nachfragen. Bisher habe ich immer eine Antwort bekommen. Das ist ein sehr angenehmer Effekt des Bloggens.

  3. Ich habe meiner Tochter einige Bücher geschenkt (und als Geschenktipp an Tanten etc.,weitergegeben, dass sie vegan isst). Dadurch steht nun einiges im Regal. Ich nutze die Bücher quasi nie, obwohl ich (gerade anfangs) sehr gerne geblättert habe. Vor allem wegen der „Basics“, als ich unsicher war wie manches geht (oder nicht geht). Mittlerweile nutze ich meist das Internet, wobei ich selten etwas akribisch nachkoche sondern eher abwandle. Das war schon immer so (zum Unverständnis meiner Tochter, die eine sehr gute Rezepte-Nachkochköchin ist und zugegebenrmaßen dann mit neuen Rezepten auch viel erfolgreicher ist #lach).
    Ich bin aber auch eine eher langweilige Esserin, mein Speiseplan muss nicht dauernd variieren. Ich könnte mich z.B. den halben Sommer von Bratkartoffeln und Salat ernähren 🙂 Esse täglich auf Arbeit einen kleinen Salat und eine Stulle mit Brotaufstrich.Was ich einmal mag, wird m ir nicht schnell langweilig 🙂
    Dazu kommt, dass auch mir die Rezepte meist zu tofu- oder ersatzstofflastig sind. Das heißt wiederum: für meine Rezepte brauche ich keine Rezepte: Kartoffeln mit Gemüse, Reis mit Gemüse (indisch, Französisch), Nudeln mit Sossen, Pfannkuchen mit Gemüsefüllung etc etc. Seitan, Tofu und Co. mag ich auch, aber eben eher als was Besonderes, so wie früher „Sonntagsessen“. Manchmal denke ich, dass diese ganze „Diversität“ dem menschlichen Körper gar nicht gut tut. Diese „Überfülle“ an goodies ist doch nicht natürlich.

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