Was ich gerade lese…

GreenboxAuch ein Tim Mälzer kann sich dem Trend zur vegetarischen oder gar veganen Küche nicht verschließen und hat wohl die Gunst der Stunde genutzt, um ein eigenes vegetarisches Kochbuch herauszugeben.

Ich habe sein Buch „Greenbox“ in der Stadtbibliothek Darmstadt gefunden und ausgeliehen. Insgesamt macht das Buch einen mittelmäßigen Eindruck.
Es gibt viele Fotos und insgesamt ist die Aufmachung sehr bunt. Es kommt ohne Sojaprodukte (abgesehen von einigen wenigen Rezepten mit Tofu) und ohne Seitan aus.
Der Focus liegt bei diesem Buch wirklich auf dem Gemüse. Im Verhältnis zu anderen vegetarischen Kochbüchern wird sogar nicht allzu verschwenderisch mit Käse oder Eiern umgegangen und so sind viele vegane Rezepte im Buch zu finden.
Es gibt ein paar Rezepte darin, die mich reizen, sie auszuprobieren. Allerdings gibt es auch einige, auf die man leicht verzichten kann, denn ein Rezept für Bratkartoffeln oder Tomatensalat – naja, ein bißchen mehr erwartet man von einem Koch mit Rang und Namen dann schon.
Das ist ja gerade so, als würde man in einem Fleischkochbuch ein Rezept abdrucken, wie man Bratwürste in der Pfanne brät. Ich weiß ja nicht, was für eine Meinung Herr Mälzer von Vegetariern hat, wenn es ums Kochen geht, es scheint nicht gerade die allerbeste zu sein. Oder stellen Bratkartoffeln für ihn schon eine Herausforderung dar? Ok, das war jetzt gehässig. 🙂
Dies lässt aber den Verdacht aufkommen, dass es ihm ein bißchen an Ideen gemangelt hat, genügend vegetarische Rezepte zusammenzustellen.

GreenboxDie Rezepte selbst sind von einfach bis mittelschwer, von schnell bis etwas zeitaufwändig, es dürfte also für den Anfänger genauso wie für erfahrene Köche etwas darin zu finden sein.
Einige wenige Rezepte sind durch den farbigen Hintergrund etwas schwer zu lesen, was beim schnellen Nachlesen während des Kochvorgangs störend sein kann. Und da lenkt das bunte Innenleben des Buches doch sehr ab. Anscheinend ist es mehr darauf ausgerichtet, dass man es gemütlich auf der Couch durchblättert.

Es gibt 4 Register, einmal von A-Z, ein zweites mit der Aufteilung nach den einzelnen Gemüsesorten, Hülsenfrüchten und Obst, ein drittes nach Saison und ein viertes mit der Aufteilung Einfach, Zeitaufwand und für Gäste.
Schön wäre es gewesen, wenn es eines für die veganen Rezepte gegeben hätte bzw. die veganen Rezepte als solche gekennzeichnet wären. In erster Linie dürfte das Kochbuch aber sowieso eher Vegetarier ansprechen oder Leute, die mal in die vegetarische/vegane Kochwelt hineinschnuppern wollen.

Es ist sicherlich nicht das schlechteste vegetarische Kochbuch, aber auch nicht das beste. Jemand, der nur noch vegan kochen will, sollte sich das Buch lieber nicht kaufen, sondern sich ein rein veganes suchen, schließlich ist die Auswahl an veganen Kochbüchern mittlerweile auch sehr groß.
Wer ein Kochbuch weniger zum Nachkochen sucht, sondern als Bilderbuch auf der Couch, der sollte zugreifen. Das Schmökern selbst macht schon Spaß, durch die bunte Aufmachung und die vielen Fotos.

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Ein Kommentar zu “Was ich gerade lese…

  1. OK, ich habe wahrscheinlich auch eher verblüfft aus der Wäsche geschaut, als ich in einem Buch über vegetarisches Grillen ein Rezept für Maiskolben (1 Maiskolben, 1 Prise Salz, 1 TL Magarine, 1TL Butter, in Alu wickeln, 20 Minuten grillen) fand, aber generell finde ich es immer sehr angenehm, wenn in vegetarischen Kochbüchern auch sehr simple Gerichte drinnen sind. (Ich habe dieses Buch jetzt noch nicht gesehen, aber Dein Bericht liest sich, als wären einfache Rezepte doch eher die Ausnahme.)
    Der vegetarischen Küche hängt leider der Ruf an, dass sie deutlich anders und schwieriger wäre als das, was man als Nicht-Vegetarier so kennt. Und wenn man dann sieht, dass es sehr ähnliche und auch einfach zuzubereitende Gerichte gibt, mag das für den einen oder anderen ein Anreiz sein, mal eine fleischlose Mahlzeit zuzubereiten. Natürlich wäre es für erfahrene Köche wohl angenehmer, solche Rezepte nicht in jedem Kochbuch zu finden und das in ein Anfängerbuch auszugliedern, aber ich rede an dieser Stelle ja nicht über Kochanfänger, sondern über Menschen, die teils jahre- und jahrzehntelang ihren eigenen Haushalt bewältigen. Ein “Anfänger”-Buch, das sich womöglich auch noch als solches bezeichnet, kann da durchaus sein Ziel verfehlen.

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