Was ich gerade lese…

Vegetarisch gut gekocht1Es gibt wesentlich mehr vegetarische als vegane Kochbücher auf dem Markt. Was aber nicht unbedingt heißt, dass sie alle gut sind.
Natürlich ist das subjektiv gesprochen. Aber ich glaube, es geht jedem anderen so wie mir: Es gibt so gut wie kein Kochbuch, wo man alles – wirklich alles – nachkochen möchte.
Das fängt ja schon damit an, dass fast jeder Lebensmittel kennt, die er nicht gerne isst. Bei mir ist das zum Beispiel Sellerie, bei meinem Bruder sind es Tomaten.
Der eine isst lieber sehr herzhaft, der andere kann bei Mehlspeisen nicht widerstehen.
Und dann kommt noch dazu, dass in manchen Kochbüchern mit Zutaten gearbeitet wird, die nicht jeder zu Hause hat.

Deshalb bin ich sehr dankbar für die gut sortierte Stadtbibliothek in Darmstadt. Ich weiß die genaue Anzahl nicht, aber es sind bestimmt 1000 Kochbücher im Bestand.
Und da es sowieso kein Kochbuch gibt, was 100%ig auf mich passt, stöbere ich gerne in dem einen oder anderen und suche mir halt einfach die Rezepte zusammen, die mich ansprechen.
Manchmal ist es nur ein einziges, manchmal sind es aber auch 10 oder 15.

Das Buch „Vegetarisch gut gekocht!“ von Cornelia Schinharl ist relativ frisch erschienen und schon, als ich es in einer Buchhandlung mal kurz durchgeblättert habe, hat es mir recht gut gefallen. Die Darmstädter Bücherei hat es nun in den Bestand aufgenommen, so konnte ich es mir dort ausleihen.

Den Einleitungsteil habe ich mir nicht komplett durchgelesen, positiv ist mir daran dennoch aufgefallen, dass die Autorin hierin auf die Käseproblematik eingeht. Nämlich, dass strenggenommen nicht jeder Käse vegetarisch ist.
Man muss nämlich zwischem Käse auf Basis von Kälber-Lab und mikrobiellem Lab unterscheiden. Auch auf Gelatine als mögliche Zutat bei einer Frischkäsezubereitung weist Frau Schinharl hin.
Wer schon länger vegetarisch lebt, weiß das in der Regel, aber viele Neu-Vegetarier vielleicht nicht.

Im allgemeinen Teil ist außerdem ein Saisonkalender enthalten, das finde ich auch immer ganz sinnvoll.

Vegetarisch gut gekocht2Der große Rezepteteil beinhaltet mehr als 120 Rezepte. Die meisten davon mit Foto, aber nicht alle. Insgesamt ist alles sehr übersichtlich aufbereitet. Bei vielen Rezepten gibt es zusätzliche Tipps und Hinweise auf Variationsmöglichkeiten.
Vegane Rezepte sind mit der Veganblume gekennzeichnet. Aber auch etliche der nichtveganen Rezepte lassen sich leicht vegan abwandeln. Rezepte mit Soja bzw. Tofu sind im Buch zu finden, werden aber nicht übermäßig viel verwendet.
Schön wäre noch gewesen, wenn auch im Register die veganen Rezepte als solche gekennzeichnet gewesen wären, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein.
Kalorien- und Zeitangaben sind vorhanden. Die Zutaten, die verwendet werden, sind zwar größtenteils nicht exotisch (Anm. 1*), allerdings sind schon vereinzelt welche dabei, die man nicht unbedingt überall an jeder Ecke findet (z. B. Granatäpfel).

Einige Rezepte sind mit relativ wenig Zeitaufwand nachzukochen, es sind allerdings auch etliche dabei, die ich nicht unbedingt nach Feierabend unter der Woche nachkochen möchte, sondern lieber mit etwas mehr Ruhe an einem freien Tag. Wobei ich jetzt kein wirklich kompliziertes Rezept darin entdeckt habe.

Hier sind ein paar Beispiele für vegane Rezepte in dem Buch:
– Lauwarmer Chinakohl mit Sesamtofu
– Scharfer Krautsalat mit Aprikosen
– Gerstensalat mit Sommergemüse
– Kräutermangold mit Bulgur
– Gebratener Tofu mit Zwiebelmarmelade und Fenchelsalat
– Kokosmousse mit Sirup-Orangen

Insgesamt hat das Buch einen sehr positiven Eindruck auf mich gemacht. Wer sich neu mit vegetarischer Ernährung auseinandersetzen will und nicht gerade total der Kochmuffel ist, dem würde ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.
Und selbst Veganer können hier ruhig einmal hineinschnuppern, auch wenn nicht alle Rezepte für sie in Frage kommen.

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Anmerkung 1* es sei denn, man findet zum Beispiel Bulgur oder Kreuzkümmel exotisch, für mich gehören diese Zutaten mittlerweile zum Standard.

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2 Kommentare zu “Was ich gerade lese…

  1. Ich bin mittlerweile sehr dankbar für jeden Buchtipp, habe ich am Anfang doch einige Bücher gekauft, die ich mittlerweile nicht mehr kaufen würde. Mein jüngerer Sohn freundet sich immer mehr mit dem Gedanken der veganen Ernährung an und bat mich um ein paar Rezepte oder Kochbuchempfehlungen. Ich sah mir darauf meine Sammlung durch und stellte fest, dass ich aus einem Buch bisher zwar lediglich zwei Rezepte nachgekocht habe, es dennoch für jemanden, der schon überwiegend vegetarisch isst und auch gerne kocht, empfehlen kann. Das ist das Kochen-ohne-Knochen Buch (gekauft nach dem Tipp von Dir). Morgen werde ich ein weiteres Rezept daraus ausprobieren. Dieses Buch bestelle ich gleich bei meinem Buchhändler und werde es in der nächsten Woche meinem Sohn mitnehmen.

    • Hmm, Elvira, Buchrezensionen sind natürlich immer sehr subjektiv. Was mir an einem Buch gefällt, gefällt anderen vielleicht gar nicht. Wie oft bin ich schon reingefallen, nachdem ich so viele gute Kritiken bei Amazon gelesen habe und mir dann das Buch daraufhin gekauft habe. Seitdem lese ich bevorzugt die negativen Kritiken durch. Was manche als negativ kritisieren, stört mich vielleicht nicht, dann lasse ich es außer Betracht. Wenn aber bei einer Kritik z. B. dabei steht, dass die Rezepte sehr viel Ersatzprodukte brauchen oder sehr kalorienreich sind, dann ist das was, was ich auch nicht mag.
      Am Ox-Kochbuch mag sich vielleicht der eine oder andere daran stören, dass so wenig Bilder dabei sind. Mir ist aber wichtiger, dass die Rezepte alltagstauglich sind. Für mich ist das Ox-Kochbuch noch eines derjenigen Kochbücher, das ich am meisten nutze und sogar Kochanfängern empfehlen kann. Profis werden daran aber sicher wenig Spaß haben. 😉

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