Was ich gerade lese…

Gabel statt SkalpellDieses Buch habe ich weniger für mich, als viel mehr für meine Mutter gekauft. Sie hat Arteriosklerose und ist mittlerweile total verunsichert, was ihre Ernährung betrifft.

Natürlich habe ich aber zuerst selbst das Buch gelesen – schließlich will ich nichts weiterreichen, was nichts taugt.

Das Buch dürfte hauptsächlich diejenigen Leser ansprechen, die ihre bisherige Ernährung überdenken, entweder weil sie bereits an einer ernährungsmitbedingten Krankheit leiden oder sich zukünftig gesünder ernähren wollen.
Zu ernährungsmitbedingten Krankheiten zählen unter anderem Herzkrankheiten, Diabetes, aber auch Krebs und Alzheimer.
Das Buch bezieht sich auf den gleichnamigen Dokumentarfilm. Und so tauchen im Buch Porträts der Menschen auf, die im Film eine Rolle spielen.

Dazu zählen zum einen die Ärzte wie Caldwell B. Esselstyn, McDougall und Barnard, aber auch ganz normale Menschen, die krank waren und sich im Rahmen des Films bei ihrer Ernährungsumstellung begleiten ließen.

Diese Kurzporträts im Buch lockern alles zwar ein wenig auf, ich fand allerdings die Plazierung teilweise etwas störend. Wenn man nämlich den informativen Teil durchliest und eine Seite umblättert, so sucht man die Fortsetzung da vergebens, da ein Kurzporträt eingeblendet wurde.

Das Buch widmet sich vor allem dem gesundheitlichen Aspekt der veganen Ernährung. Man findet zwar auch zwei Kapitel mit dem Thema „Gut für Tiere“ und „Gut für die Umwelt“ darin, der Focus liegt aber eindeutig beim Thema Gesundheit. Und da werden sehr viele Zahlen und Fakten geliefert.
Trotzdem hätte ich mir persönlich noch tiefergehende Informationen gewünscht. Diese findet man vermutlich in der Literatur, die am Ende des Buches aufgeführt wird. Leider sind gerade diejenigen Bücher, die mich (bzw. vielmehr meine Mutter) interessieren, bislang nur in Englisch erhältlich.

Da es sich bei dem Buch „nur“ um die deutsche Übersetzung der amerikanischen Ausgabe „Forks over knives“ handelt, spiegeln die Zahlen, die im Buch genannt wurden, fast ausschließlich amerikanische Verhältnisse wieder. Dennoch kann man das meiste genauso auf Europa übertragen, selbst wenn der Prozentsatz im einen oder anderen Punkt geringfügig abweicht.
Denn Herzkrankheiten und Übergewicht sind in Europa genauso ein Problem. Auch den Rezepten merkt man teilweise an, dass sie aus Amerika stammen. So begegnem einem unter anderen die „Chipotle in adobo“, die ich hierzulande noch nirgendwo gesehen habe. Die meisten der insgesamt 125 Rezepte im Buch kommen aber ohne exotische Zutaten aus. Da sie von unterschiedlichen Leuten zur Verfügung gestellt wurden, sind sie sehr vielseitig und es dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Im Buch wird explizit darauf hingewiesen, dass nur vegan allein nicht unbedingt gesund sein muss (z. B. Chips sind oft auch vegan). Sondern dass man sich nicht nur vegan, sondern fettarm und vollwertig ernähren sollte. Und so sind die Rezepte eben nicht nur vegan, sondern fettarm und zuckerfrei, soweit ich gesehen habe. Wobei alternative Süßungsmittel wie Agavendicksaft oder Ahornsirup enthalten sind.

Auch wenn im informativen Teil des Buches für mich nicht mehr ganz so viel Neues enthalten war, so fand ich es dennoch interessant zu lesen. Es bestärkt mich bei meinem Vorsatz, in Zukunft weniger Fett und Zucker zu verwenden.

Das Buch ist vor allem für diejenigen geeignet, die sich für die gesundheitliche Seite veganer Ernährung interessieren.
Wer schon andere Bücher von T.Colin Campbell und Caldwell B. Esselstyn gelesen hat, für den wird hier (außer vielleicht den Rezepten) nicht viel Neues enthalten sein.

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5 Kommentare zu “Was ich gerade lese…

  1. Hallo,
    ich kann das + an Gesundheit bei Umstellung zur veganen Ernährung nur bestättigen.
    Als Tip zusätzlich, versuchen die Konservierungsstoffe und Glutamate zu vermeiden, so gut es geht.
    Zum Einkaufen nicht die Brille vergessen, die Schrift auf der Ware ist extra klein gehalten.
    Nur Mut!……………….

    • Auf Konservierungsstoffe und sonstige extra „Zutaten“ versuche ich schon lange zu verzichten. Einzig, als ich mich durch verschiedene vegane Käsesorten durchprobiert habe, habe ich sie in Kauf genommen. Ich versuche möglichst nur mit Basislebensmitteln zu kochen. Aber alles selbst zu machen, dafür fehlt dann doch die Zeit. Dass auf Etiketten alles so kleingedruckt ist, hasse ich wie die Pest. Manchmal kann ich es trotz Brille kaum entziffern. *grummel*

      • Stimmt genau, ich verzichte inzwischen sogar auf jodiertes+ fluoriertes Salz. Ich kaufe inzwischen die dicken Brocken Himalaja -Salz, zertrümmere sie mit einem Hammer in kleinere Stücke, mische meine selbstangebauten und getrockneten diversen Kräuter unter. (Natürlich nun alles fein gemahlen) Ein ganz tolles Geschmackserlebnis.

  2. Wir haben gerade den Film gesehen und empfehlen den zum Beispiel meinem Schwiegervater, der übergewichtig und herzkrank ist, immer Gelenkschmerzen usw. hat und sehr viel Fleisch und Süßkram ist… Ich fand den Film sehr interessant, ebenso „Food inc.“

    • Das Blöde ist: Meine Mutter isst schon seit langem fast nur noch vegetarisch (vereinzelt Fisch) und in unserer Familie ist niemand übergewichtig. Sie wiegt momentan weniger als ich, um die 49 kg, sollte also eigentlich gar nicht mehr abnehmen. Da könnte das natürlich etwas kritisch sein, jetzt auch noch das Fett zu reduzieren (viel Süßes isst sie auch nicht, lebt also eigentlich schon sehr gesund). Mal sehen, was sie zu dem Buch sagt.

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