Laute Welt, arme Welt

Vor einiger Zeit hatte ich schon mal einen ähnlichen Blogbeitrag veröffentlicht: Artensterben vor unserer Haustür.

Und gerade jetzt im Frühjahr wird mir wieder schmerzlich bewusst, wie arm unsere natürliche Umwelt schon geworden ist.
Wo beim Spaziergang über die Felder vor etlichen Jahren noch mehrere Lerchen um die Wette jubiliert haben, kann ich jetzt nur noch eine einzige ausmachen, die ihr Lied trällert. Und wenn der Bauer unter ihr mit seinem Traktor seine Riesenfelder bearbeitet frage ich mich betrübt, wo sie wohl ihr Nest bauen wird.

Natürlich brauchen wir Bauern und Ackerbau, keine Frage. Gerade ich, die Wert auf Gemüse legt, weiß das besonders gut. Leider aber ist ein Großteil der angebauten Pflanzen Mais und Raps, landet also wohl eher beim Großvieh bzw. in Autotanks.

Dieses Jahr blühen Sträucher und Bäume besonders schön. Aber wo sind die Bienen und Hummeln, die früher diese Orte so umschwärmt haben, dass man schon von weitem das Summen hören konnte? Ich sehe nur wenige fliegen.

Zum esten Mal hat in diesem Winter kein Igel bei mir im Garten überwintert, obwohl ein Unterschlupf bereit steht.

Leider scheinen die meisten Menschen diesen Rückgang in der Tierwelt gar nicht zu bemerken.

Vor kurzem konnte ich lesen, dass die Regierung eine Sonderverordnung gebilligt hat, die Public Viewing während der WM auch in der Nacht erlaubt. Statt Grillengezirpe werde ich mich also darauf einstellen müssen, dass ich in der Nacht von lauten menschlichen Schreien, Tröten und Hupen wachgehalten werde.
Laute Feuerwerke gibt es bei uns im Ort schon seit einigen Jahren nicht mehr nur zu Silvester, sondern zu allen möglichen anderen Gelegenheiten, sei es nun Kirchweih oder irgendwelche anderen Feste, die auf die Beine gestellt werden, damit die Leute ihr Geld ausgeben können.
Der Lärm von Flugzeugen, Autos, Rasenmäher, Baumaschinen usw. gehört mittlerweile schon so zu unserem Alltag, dass wir die Geräusche oft gar nicht mehr wirklich wahrnehmen. Und dabei nicht merken, dass die sanften Stimmen der Natur nach und nach immer leiser werden und verstummen.

Ich vermisse die vielfältigen leisen melodiösen Töne der Natur. Unsere Welt wird ärmer – und die meisten Menschen merken es noch nicht einmal. 😦

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2 Kommentare zu “Laute Welt, arme Welt

  1. Sie sprechen mir so aus der Seele!!! Auch ich habe diesen Winter die Igel in meinem Garten vermisst, wo doch noch letzten Winter drei da waren. ich hoffe die Menschheit wird irgendwann mal wach und denkt nicht nur noch an sich selbst.
    Schönes Wochenende.

  2. Ich habe gerne die Klassikkonzerte im Britzer Garten besucht. Wie schön, auf der Wiese zu sitzen und bei abendlicher Dämmerung dem Orchester zu lauschen. Was mich aber schon immer störte, war das abschließende Feuerwerk über dem See. Seit etlichen Jahren habe ich die Veranstaltung aus diesem Grund nicht mehr besucht. Gerade in den Großstädten frage ich mich, wo die Tiere Ausweichquartiere finden könnten. Auf dem Land mag das ja noch gehen. Es ist traurig, wie unüberlegt wir auf Kosten Schwächerer leben – egal ob Tier oder Mensch.
    Ich wünsche Dir dennoch ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße von
    Elvira

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